Häufige Fragen

29 Antworten zum Gerüstbau im Kanton Freiburg

Was kostet ein Fassadengerüst in der Altstadt Fribourg? Wann ist ein Treppenturm Pflicht? Welche SUVA-Norm greift ab welcher Höhe? Hier finden Sie konkrete Antworten – sortiert nach sieben Themenfeldern.

Kosten & Offerte

In welchem Preisrahmen bewegt sich ein typisches Fassadengerüst?

Für ein Standard-Fassadengerüst bis 10 m Traufhöhe liegt die Spanne bei CHF 8–22 pro m² Gerüstfläche. Ein EFH in Schmitten mit rundum 180 m² landet meist bei CHF 1'800–3'200, ein 4-stöckiges MFH in der Stadt Fribourg bei CHF 4'000–7'500. Montage, Mietzeit 2–4 Wochen und Demontage sind eingerechnet.

Warum klaffen Offerten zwischen Anbietern manchmal so weit auseinander?

Drei Variablen erklären fast den ganzen Unterschied. Anfahrtsdistanz vom Lager (Flamatt zu Fribourg-Zentrum: 15 Min – ein Konkurrent aus Bern braucht 40), Mietzeit (Wochentarif schlägt bei kurzen Einsätzen stark zu Buche), Komplexität von Zufahrt und Lastklasse. Vergleichbar werden Offerten erst, wenn alle drei Faktoren transparent ausgewiesen sind.

Mit welcher Bearbeitungszeit für die Offerte ist zu rechnen?

Maximal 48 Stunden ab vollständiger Anfrage, bei Standardprojekten im Sense- oder Saanebezirk häufig taggleich. Voraussetzung: Adresse, Gerüsttyp und gewünschter Aufbau-Termin. Fotos vom Objekt beschleunigen, ein Vor-Ort-Termin ist meist nicht nötig.

Kann es nachträgliche Position­en in der Schlussrechnung geben?

Nein, sofern sich die Bauleitung an die Offertenposten hält. Wir weisen Standardpositionen (Montage, Mietzeit, Abbau) plus mögliche Zusätze (erschwerte Zufahrt in der Altstadt Fribourg, Konsolverbreiterungen bei Erkern, zusätzliche Schutznetze für Verkehrswege) einzeln aus. Nachträge entstehen nur, wenn nach Vertrag Änderungen am Aufbau verlangt werden – und dann schriftlich freigegeben.

Wie hoch ist die Wochenmiete nach Ablauf der Inklusivzeit?

CHF 0.50–2.00 pro m² Gerüstfläche pro Woche, je nach Lastklasse und Stadort. Die Spanne bewegt sich nach oben bei Dach- und Solargerüsten in Lastklasse 4–5, nach unten bei einfachen Standgerüsten. Die ersten 2–4 Wochen sind je nach Gerüsttyp bereits in der Montagepauschale enthalten.

Ablauf & Planung

Wieviel Zeit veranschlagen wir für den Aufbau?

Ein EFH-Standgerüst rund um drei Seiten ist nach 1 Tag fertig. Ein viergeschossiges MFH im Quartier Pérolles braucht 2–3 Tage, eine Industriehalle mit Lastklasse 4 ab 3 Tagen. Verwinkelte Gebäude (Sandstein-Altbauten Altstadt Fribourg, Balkon-Erker im Schoenberg) schlagen Aufbau-Tage entsprechend dazu.

Wie viel Vorlauf sollten Bauleitungen einplanen?

Für Standardprojekte 1–2 Wochen zwischen Auftragserteilung und Montage. Sense-Region oft kürzer, weil Material und Team näher sind. Bei Notfällen läuft Express – Aufbau in 24–72 Stunden, mit 15–30 % Aufschlag und voller SUVA-Dokumentation.

Wie ist der Ablauf vom Erstgespräch bis zum Abbau strukturiert?

Vier Etappen. Erstens: Anfrage per Telefon, Formular oder direkter Vor-Ort-Begehung. Zweitens: schriftliche Offerte innert 48 Stunden, mit Lastklasse, Mietzeit und allen Optionen. Drittens: Aufbau am vereinbarten Tag durch unser Team mit Freigabe-Protokoll. Viertens: Demontage 2–3 Arbeitstage nach Ihrem Anruf.

Was geschieht bei Bauverzögerungen oder Wetterausfall?

Mietzeit-Verlängerung im Wochenrhythmus, zum vereinbarten Wochentarif. Eine Telefonnotiz reicht. Wir empfehlen, Verzögerungen frühzeitig zu kommunizieren, damit wir Aufbau- und Abbau-Termine anderer Baustellen entsprechend disponieren können.

Welche Vorbereitungen am Boden sind nötig?

Die Standflächen müssen eben, tragfähig und frei von Hindernissen sein. Bei Rasen, Kies oder weichen Untergründen verteilen Druckplatten plus Kantholz die Last. Sträucher, parkierte Fahrzeuge oder Mülltonnen entfernen Bauherr oder GU vor unserem Eintreffen – das verkürzt den Aufbau um eine halbe bis ganze Stunde.

Sicherheit & Normen

Welcher Regulierungsrahmen gilt für Gerüste in der Schweiz?

Die Bauarbeitenverordnung BauAV 2022 ist Bundesrecht, die SUVA-Richtlinien sind Branchenstandard. Konkrete Norm-Anwendung: SN EN 12810/12811 für Standgerüste, SN EN 13374 für temporäre Absturzsicherungen. Pflicht ab 3 m Absturzhöhe – keine Ausnahmeregelung.

Was umfasst eine "SUVA-konforme" Montage konkret?

Aufbau gemäss SN EN 12810/12811 durch zertifiziertes Personal, vollständiger Seitenschutz (Geländer + Knieleiste + Bordbrett), geprüfte Verankerungen mit Anker-Plan, Lastklasse-Berechnung und schriftliches Freigabe-Protokoll bei Übergabe. Bei Kontrolle reicht ein griffbereites Protokoll – mündlich überzeugt der SUVA-Inspektor in der Regel nicht.

Welche Kontroll-Routine muss das Gerüst über die Standzeit durchlaufen?

Sichtkontrolle vor jedem Arbeitsbeginn durch den Nutzer (Plattformen, Geländer, Anschlagpunkte). Zusatzkontrolle nach Sturm, starkem Regen oder Schnee. Eine vollständige Inspektion durch den Gerüstbauer ist monatlich Pflicht – bei langen Bauzeiten dokumentieren wir das im Inspektions-Logbuch direkt am Aufstieg.

Wer trägt rechtlich die Verantwortung bei einem Gerüstunfall?

Die Haftung verteilt sich auf drei Rollen: Wir als Gerüstbauer haften für den fachgerechten Aufbau, dokumentiert im Freigabe-Protokoll. Der Nutzer haftet für die sachgemässe tägliche Verwendung. Der Auftraggeber haftet für Aufsicht und Koordination. Saubere Dokumentation schützt alle drei.

Woran erkenne ich, dass ein Gerüstbauer fachlich qualifiziert ist?

Mitgliedschaft im SGUV (Schweizerischer Gerüstbau-Unternehmer-Verband), aktuelle SUVA-Zertifikate des Personals, dokumentierte Lastklassen-Berechnungen in der Offerte und eine ausreichende Haftpflichtdeckung. Ein seriöser Anbieter legt diese Dokumente proaktiv vor – auf Nachfrage spätestens.

Gerüsttypen & Einsatz

Welche Gerüsttypen kommen wann zum Einsatz?

Standgerüste an der Fassade für Maler-, Verputz- und Dämmungsarbeiten. Dachgerüste mit Fanglage für Spengler, Dachdecker und PV-Montage. Treppentürme für Personenverkehr ab 10 m Höhe. Rollgerüste für mobile Einsätze in Innenräumen oder kurze Fassadenabschnitte. Spezialgerüste für Brücken, Silos oder Eventtribünen. Ein Projektleiter empfiehlt den richtigen Typ in der Offerte.

Wo liegt der Unterschied zwischen Fassaden- und Dachgerüst?

Das Fassadengerüst arbeitet senkrecht entlang der Aussenwand – ideal für Maler, Verputzer, Wärmedämmer. Das Dachgerüst hat zusätzlich eine horizontal angeordnete Fanglage zwischen Traufe und Plattform, um Personen und Material abzufangen. Bei Kombi-Aufträgen (Fassadenanstrich + Dachsanierung) bauen wir beide Komponenten direkt verknüpft, das spart eine zweite Einrüstung.

Ab welcher Baustellengrösse rechtfertigt sich ein Treppenturm?

Faustregel: ab 10 m Gerüsthöhe oder ab fünf bis zehn Personen täglich auf der Plattform. In der Stadt Fribourg auf einem MFH-Sanierungsprojekt mit zwanzig Handwerkern fast immer; bei einem EFH-Anstrich in Tafers selten nötig. Auch Materialtransport (Schubkarre, Sackkarre) verlangt eine Podestbreite ab 1.30 m – die Leiter scheidet damit aus.

Wann ist ein Rollgerüst die wirtschaftlichere Alternative?

Bis 12 m Arbeitshöhe und bei wechselnden Standorten innerhalb derselben Baustelle. Der Maler streicht heute Decke A, morgen Decke B – ein Standgerüst hier aufzubauen kostet einen halben Tag. Das Rollgerüst hingegen verschiebt sich in Minuten. Bei durchgehenden Fassaden ab 12 m Höhe wird das Standgerüst stabiler und wirtschaftlicher.

Region Freiburg

Wie schnell ist das Team an einer Baustelle im Kanton Freiburg?

Aus Wünnewil-Flamatt direkt am A12-Anschluss: 5 Min nach Schmitten, 8 nach Düdingen, 15 nach Fribourg-Zentrum, 22 nach Marly, 25 nach Murten, 28 nach Plaffeien. Der Lieferwagen rollt aus dem Lager, kein Umweg via Bern oder Murten, kein Subunternehmer dazwischen.

Welche Gemeinden gehören zum Einsatzgebiet?

Komplette Stadt Fribourg mit Quartieren (Altstadt/Bourg, Pérolles, Schoenberg, Beauregard, Bourguillon, Neuveville, Jura-Torry). Saanebezirk: Marly, Villars-sur-Glâne, Givisiez, Granges-Paccot, Belfaux. Sensebezirk: Düdingen, Tafers, Schmitten, Wünnewil-Flamatt, Bösingen, Plaffeien, Heitenried, Ueberstorf, weitere. Seebezirk: Murten, Kerzers, Gurmels, Courtepin, Muntelier.

Fallen Anfahrts-Zuschläge an, wenn die Baustelle in Murten oder Plaffeien liegt?

Bei Distanzen unter 25 Minuten Anfahrt rechnen wir keinen Zuschlag. Ab 30 Min (z.B. ausgehende Teile des Seebezirks oder hinten im Sense-Tal) kann ein gestaffelter An-/Abfahrts-Beitrag dazukommen. Er steht transparent in der Offerte; im Grossraum Fribourg, Düdingen und Schmitten entfällt er.

Ist die enge Altstadt Fribourg überhaupt zugänglich für Gerüstmaterial?

Ja – aber mit Planung. Sandstein-Gassen, Einbahnstrassen, Trottoir-Bewilligungen vom Tiefbauamt der Stadt: alles Standardaufgaben, die wir vor der Montage abklären. Bei UNESCO-Schutzobjekten kommt zusätzlich ein Termin mit der Denkmalpflege dazu. Anlieferung läuft oft frühmorgens, weil Tagsüber die Liefer­fenster eng sind.

Solargerüste

Welche Funktion erfüllt ein Solargerüst genau?

Es ist ein verstärktes Dachgerüst (Lastklasse 4–5) mit Fanglage und breiteren Konsolen, damit Solarteure PV-Module sicher von der Plattform aufs Dach übergeben können. Auf Schrägdächern ab 3 m Traufhöhe – also bei rund 95 Prozent der Freiburger EFH und MFH – ist es SUVA-Pflicht. Auf Flachdächern reicht oft eine punktuelle Absturzsicherung mit Geländern.

Warum wachsen Aufträge für PV-Gerüste im Kanton Freiburg derzeit so stark?

Die kantonale Förderung läuft, Stromproduktion am Eigenheim ist wirtschaftlich, und der Sensebezirk gehört seit 2023 zu den PV-aktivsten Regionen der Schweiz pro Kopf. Jede Schrägdach-Montage braucht zwingend ein Gerüst – das Wachstum bei Solar treibt damit direkt das Wachstum bei Gerüstaufträgen.

Wer koordiniert Termine zwischen Gerüstaufbau und Solarteur?

Üblicherweise die PV-Firma als Hauptauftragnehmerin. Sie meldet das Solarteur-Datum, wir disponieren Aufbau einen Tag vorher, Demontage einen Tag nach Inbetriebnahme. Bei direkter Bauherr-Beauftragung läuft die Koordination zwischen Ihnen, dem Solarteur und unserem Projektleiter – meist in einer einzigen WhatsApp-Gruppe.

Vermietung

Gibt es Material-only-Vermietung ohne Montage?

Bei Rollgerüsten bis 6 m Arbeitshöhe ja – Sie holen das Material am Lager Flamatt ab, nach kurzer Einweisung. Bei Fassaden-, Dach- und Spezialgerüsten nein: Die BauAV verlangt fachgerechte Montage durch geschultes Personal, unsere Haftpflicht greift nur bei eigener Montage. Material-only ist im Schweizer Markt schlicht nicht etabliert.

Ab welcher Mietzeit wird der Wochentarif günstiger?

Die ersten 2–4 Wochen sind je nach Gerüsttyp in der Aufbaupauschale eingerechnet. Ab Woche 5 läuft die Wochenmiete einzeln. Bei Bauzeiten ab 3 Monaten – etwa bei einer kompletten MFH-Sanierung in Pérolles – verhandeln wir reduzierte Langzeitkonditionen, die in der Offerte als Preisstaffel ausgewiesen werden.

Welches Material steht ab Lager Flamatt abrufbereit?

Zehn Gerüsttypen permanent vorrätig: Fassadengerüste (Lastklasse 3–5), Dachgerüste mit Fanglage, PV-Gerüste, Spenglergerüste, Treppentürme bis 20 m, Fluchttreppentürme, Rollgerüste bis 12 m, Materialaufzüge, mobile Arbeitsbühnen und Spezialkonstruktionen. Anlieferung in der Stadt Fribourg ab 15 Min nach Auftragsfreigabe.

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